Der Geburtsstillstand (Prof. Dr. Sven Hildebrandt)
Der Geburtsstillstand als komplexes Problem der modernen Geburtshilfe
Der Geburtsstillstand zählt zu den häufigsten Komplikationen der Geburt und führt oft zur operativen Geburtsbeendigung. Damit ist er ein ernst zu nehmender Faktor der Sicherheit einer Geburt. Andererseits stehen wir dem Phänomen des Geburtsstillstands oft hilf- und ratlos gegenüber. Nicht selten fliehen wir in die Diagnose „fetomaternale Disproportion“, die in den seltensten Fällen zutrifft und allenfalls ein Alibi für den Kaiserschnitt darstellt. Das tiefere Wesen des Problems Geburtsstillstand wird damit nicht erfasst.
Ziel dieses Workshops ist es, ein Verständnis für die Komplexität des Phänomens Geburtsstillstand zu entwickeln und Strategien für eine Vermeidung bzw. für die Überwindung der Geburtsblockade zu erarbeiten. Dabei wird ausführlich auf jeden der drei Ursachenkomplexe – mütterliche, kindliche und geburtshilfliche Faktoren – eingegangen.
Nach einer ausführlichen Darstellung der pathogenetischen Zusammenhänge stehen im Mittelpunkt des ersten Teils Überlegungen zur Prävention von Geburtsblockaden. Die Teilnehmenden werden geschult, meist verborgene Risikofaktoren zu erkennen und durch eine individuell angepasste Schwangerenbetreuung zu behandeln. Hierbei spielt u.a. das Problem traumatischer Erfahrungen eine Rolle. Wenn auch der Workshop natürlich keine umfassende Anleitung professioneller Betreuung traumatisierter Frauen geben kann, so werden wichtige Strategien des Erkennens und der Notintervention erläutert.
Im zweiten Teil geht es um geburtshilfliche Richtlinien für das Verhalten im Falle eines Geburtsstillstandes. Hier spielen insbesondere psychotherapeutische Betreuungsstrategien, geburtsmechanische Überlegungen zur planvollen Gebärhaltung und der verantwortungsbewusste Umgang mit medizinischen Interventionen eine Rolle. Die Teilnehmenden werden geschult, ein Gefühl für destruktive Geburtssituationen zu entwickeln und diese von individuellen inaktiven Geburtsphasen abzugrenzen. Letztlich werden die Teilnehmenden im Problem der korrekten Indikationsstellung und der Wahl der richtigen Operationsmethode für eine Geburtsbeendigung geschult.
Das Seminar behandelt auch die pathogenetischen Geschwisterkinder des Geburtsstillstandes: biologische Übertragung, Schulterdystokie und Plazentaretention.
Status: Anmeldung möglich
Kursnr.: 26-4030
Beginn: Do., 17.09.2026, 13:00 Uhr
Dauer: 8 Unterrichtsstunden
Notfallstunden: 8
Zielgruppe: Hebammen in der Geburtshilfe
Kursort: Verwaltungsgebäude der St. Barbara-Klinik, Haus 7, IBiG, Raum E 07
| Seminargebühr | 170,00 € |
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| Tagungspauschale | 35,00 € |
| Summe | 205,00 € |
Am Heessener Wald 1
59073 Hamm
| Datum | Uhrzeit | Ort |
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Datum:
17.09.2026
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Uhrzeit:
13:00 - 19:30 Uhr
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Wo:
Am Heessener Wald 1,
Verwaltungsgebäude der St. Barbara-Klinik, Haus 7, IBiG, Raum E 07
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